Von der Kunst, produktiv zu scheitern…

Meine 4-Wochen-Veröffentlichungs-Herausforderung (was für ein Wort!) geht heute zu Ende. Du erinnerst dich: Mein Ziel war, pro Woche jeweils 5 Artikel hier zu veröffentlichen, und das 4 Wochen lang. Insgesamt also 20 Artikel über den Weg der Offenen Türen und alles, was damit zusammenhängt.

Dies ist heute der letzte Artikel, und zwar um genau zu sein der Siebzehnte. Oh Schreck – fehlen da nicht 3 Artikel? Bin ich damit nicht jämmerlich gescheitert?

Aber ganz gewiss nicht! Nur weil wir ein Ziel nicht erreichen, bedeutet das nicht automatisch, dass wir gescheitert sind!

Lass uns mal einen Schritt zurücktreten und das Ganze von vorne betrachten:

Gesetzt hatte ich mir diese Herausforderung, um mich dazu zu zwingen, mehr zu veröffentlichen. „Mehr“ bedeutet regelmäßiger und konsequenter.

Damit ich mich auch tatsächlich messen kann und dazu zwinge, etwas zu schreiben, habe ich mir eine konkrete Anzahl von Artikeln vorgenommen. Und damit es eine echte Herausforderung wird und nicht etwas, was ich nebenher sowieso erledige, habe ich die Zahl der Artikel bewusst hoch gesetzt – fünf Artikel mit echtem Gehalt pro Woche, zusätzlich zum Rest meines Lebens, ist zwar machbar, erfordert aber schon Disziplin.

Zurück zur ursprünglichen Frage: Bin ich jetzt gescheitert, weil ich nur 17 Artikel geschafft habe? Sollte ich mich schämen, in der Ecke verkriechen und mir am besten nie mehr eine Herausforderung vornehmen?

Das ist natürlich albern und überzogen, aber… ganz oft läuft es doch genau so ab:

  1. Wir setzen uns ein hehres Ziel („Im neuen Jahr treibe ich jeden Tag Sport!!“), das uns an unsere Grenzen bringt oder sogar darüber hinaus.
  2. Wir versäumen aber, uns klar zu machen, WARUM wir uns dieses Ziel eigentlich setzen – und was wir WIRKLICH erreichen wollen.
  3. Und wenn wir dann, eigentlich absehbar, das Ziel verfehlen, fängt das negative Gedankenkarussell an: „Nie schaffe ich etwas.“ – „Das war ja klar, dass ich das nicht hinkriege.“ – „Ich bin einfach nicht sportlich.“ – „Ich nehme sowieso nicht ab.“ – „Der Chef mag mich eben nicht, egal wie sehr ich mich anstrenge.“
  4. … und schließlich führt das dazu, dass wir uns immer weniger und weniger zutrauen und uns überhaupt keine wahren Herausforderungen mehr stellen. Schließlich versagen wir ja sowieso jedes Mal, oder?

Dir ist sicher aufgefallen, wo in dieser Spirale des Verderbens der eine, entscheidende Fehler ist, oder? Ganz recht, in Schritt 2: Wir versäumen es, uns unsere wahren Ziele klarzumachen.

Ganz konkret, am Beispiel meiner eigenen Herausforderung: Mein Ziel war es, mich zum konsequenteren Veröffentlichen von Inhalten zu bringen. Die 20 Aritkel, die waren bloß Mittel zum Zweck…

Deshalb fühle ich mich auch nicht, als ob ich versagt hätte. 17 Artikel (meiner bescheidenen Meinung nach 17 gelungene Artikel, aber ich bin natürlich voreingenommen… 😉 ) in vier Wochen sind eine beachtliche Leistung – und mein Ziel habe ich damit allemal erreicht.

In den letzten Tagen hat sich zudem eine gewisse Routine dabei eingestellt, dass ich bestimmte Dinge nicht nur für mich denke, sondern eben auch gleich „auf’s Papier“ bringe.

Diese Routine werde ich hoffentlich ein gutes Stück weit in die nächsten Wochen und Monate mitnehmen können. Von daher haben ich mein Ziel nicht nur mit Bravour erreicht, sondern auch eine sehr gute Grundlage für die Zukunft gelegt.

Auf meine letzten 17 Artikel und ja, auch auf die fehlenden drei, bin ich deshalb sehr stolz.

Und das ist der entscheidende Schritt: Sei dir darüber im Klaren, was du willst, dann kannst du auch im „Scheitern“ Vergnügen haben und mit dir zufrieden sein.

Sei dir darüber im Klaren, was du willst, dann kannst du auch im „Scheitern“ Vergnügen haben und mit dir zufrieden sein.

In diesem Sinne wünsche ich dir für die nächsten Tage und Wochen eine eigene Herausforderung, die dich auf deinem Weg weiterbringt und nach der du zurecht stolz auf dich sein kannst – auch falls du mit Vergnügen scheitern solltest!

(Hier findest du ein Beispiel dafür, wie du Produktives Scheitern in die Praxis umsetzen kannst.)

Regine Becher

P.S.: Nur weil die vier Wochen jetzt zu Ende sind, bedeutet das natürlich nicht, dass ich jetzt nie mehr etwas hier veröffentliche, ganz im Gegenteil. Aber die Schlagzahl werde ich voraussichtlich ein wenig herunterfahren, schließlich soll das alles hier ja auch auf Dauer noch Spaß machen. Außerdem gibt es noch genügend andere Dinge, die auch eine würdige Herausforderung wären. Ideen habe ich da schon en paar… 😉

Wenn du übrigens immer mal wieder an meine Artikel erinnert und über Neuigkeiten informiert werden willst, dann melde dich am besten für meine Mailingliste an. Ich schicke in unregelmäßigen Abständen Emails mit Links zu einzelnen Artikeln, mit zusätzlichen Gedanken und Anregungen, mit Neuigkeiten vom Weg der Offenen Türen und mit anderen Dingen, die dich interessieren könnten. Spam gibt’s natürlich keinen…

Einfach gleich hier eintragen und dann den Link in der Bestätigungsemail klicken:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.