Sich selbst ins Boot holen

Es gibt so Wochen, da geht einfach gar nichts. Das soll nicht heißen, dass du nichts tust, ganz im Gegenteil! Meist sind das die Wochen, in denen du von morgens bis abends damit beschäftigt bist, Dinge wegzuarbeiten und Sachen zu erledigen. Du bist im Stress, hast schon ganz viel erledigt und die Todo-Liste wächst trotzdem immer weiter, und irgendwie kommst du einfach nicht voran.

Und das Schlimmste: Das, was dir wirklich wichtig ist, bleibt irgendwie auf der Strecke. Tiefkühlpizza und „laufen geh ich morgen“ anstatt gesunder Ernährung und regelmäßigem Sport… Abends noch schnell Emails erledigen anstatt mit den Kindern zu spielen oder mit Freunden wegzugehen… Arbeiten bis in die Nacht, aber deine wirklich wichtigen Projekte bleiben liegen…

Irgendwie scheinen solche Phasen zum Leben dazuzugehören.

Und vielleicht fühlst du dich dann besonders mut- und kraftlos, weil du doch mit so viel Schwung und Energie gerade etwas Neues in deinem Leben etabliert hattest: Ein gesundes Frühstück, einen freien Abend in der Woche für dich, eine neue Webseite für ein Projekt, dass dir besonders am Herzen liegt.

Und jetzt fühlt es sich so an, als ob du das alles einfach nicht hinkriegen würdest — als ob du ganz einfach wieder in dein altes Selbst zurückgefallen wärst.

Aber wenn du ganz genau hinsiehst, entdeckst du gerade in solchen Zeiten, dass du eben nicht dein altes Selbst bist:

  • Es ist dir nicht nur bewusst, dass etwas schiefläuft, sondern auch was genau schiefläuft und wie es eigentlich laufen sollte.

    Früher hättest du vielleicht nur gemerkt, dass du nicht zufrieden bist, aber nicht woran das liegt.

  • Du hast Strategien und Routinen dafür entwickelt, wie du dein Leben besser machen kannst, wie du das tun kannst, was dir wichtig ist.

    Auch wenn du es nicht schaffst, diese Strategien in solch einer „Durchhänger-Phase“ umzusetzen, sind sie trotzdem da und du kannst sie jederzeit wieder auspacken.

  • Du hast vielleicht sogar schon Ideen dafür, was als nächster Schritt kommt… wie du deinen Alltag noch besser gestalten kannst… wie du noch einen Schritt näher an das kommst, was dein Lebensziel ist… wie deine nächste Offene Tür aussehen könnte…

    Vielleicht hast du dir sogar ganz einfach zu viel auf einmal vorgenommen, und dann kam, ganz unelegant, dein Alltag dazwischen und hat sich auch mal wieder bemerkbar gemacht. 😉

  • Du hast zwar einen Durchhänger, in dem es einfach nicht läuft. Das bedeutet aber nicht, dass du auf dein altes Niveau zurückgefallen bist und deine neuen Ziele nie erreichen wirst.

    Wenn du ganz genau hinsiehst, stellst du sicher fest, dass du dir die eine oder andere Verbesserung oder Veränderung in deinem Leben selbst in dieser Phase bewahrt hast. Ob das jetzt wenigstens der Apfel in der Frühstückspause ist, oder ob du unter der Dusche weiter über deinen Weg nachdenkst, oder ob du das wegweisende Konzeptpapier wenigstens ab und zu in der Textverarbeitung aufmachst und ein Weilchen davor sitzt, ohne weiter zu kommen — das alles sind Kleinigkeiten, die in die richtige Richtung gehen.

Vielleicht bist du also einfach nur mit sehr viel Schwung ein paar Schritte in eine neue Richtung gelaufen, aber dein Alltag und manche Teile von dir sind so schnell gar nicht mitgekommen? 🙂

Eine uninspirierte, stressige, frustrierende Phase, einen solchen Durchhänger zu haben bedeutet oft nur, dass du eine kreative Pause einlegst: Kleinkram wegarbeitest, den Alltag neu sortierst, tief durchatmest und dich selbst ins Boot holst… damit du danach mit neuem Schwung und neuen Ideen weitermachen kannst.

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