Kinder können unglaublich differenziert sein. Wenn du einem Kind versprichst, ein Spiel mit ihm zu spielen, und dann erledigst du während dieser Spielzeit nebenher ein Telefonat oder ein paar Emails – dann wirst du als (gerechte) Antwort ein empörtes „Das zählt aber nicht!!“ zu hören bekommen.
Und recht haben die Kleinen: Du hast zwar dein Versprechen dem Wortlaut nach erfüllt, aber eben nicht im Geiste. Es ging nicht darum, ob du körperlich anwesend bist und zur richtigen Zeit den Würfel wirfst – sondern es ging darum, ob du gemeinsam mit dem Kind Zeit bei einem Spiel verbringst.
Leider gewöhnen sich die meisten von uns im Lauf des „Erwachsenwerdens“ an, dass es gut genug ist, wenn der Wortlaut erfüllt ist. (Warum eigentlich?)
Aber tief in unserem Inneren wissen wir, dass das, was wir tun, „aber nicht zählt“.
Vor ein paar Tagen hatte ich darüber nachgedacht, warum wir alle mehr veröffentlichen sollten. Ich finde aber, dass dieses Thema noch einer Klarstellung Bedarf:
Wenn du deinem Chef den Entwurf für das neue Projekt, dein Herzensanliegen, gibst und dabei genau weißt, dass das Papier in den Stapeln auf seinem Schreibtisch verstauben wird, dann zählt das aber nicht.
Wenn du ein Blog schreibst, das die Welt verändern könnte, und dabei genau weißt, dass deine Webseite überhaupt keine Besucher bekommt, dann zählt das aber nicht.
Wenn du siehst, wie in deiner Organisation, deiner Familie, deinem Verein, deinem Freundeskreis etwas gewaltig schiefläuft, und du rackerst dich alleine und vergebens ab, um das zu ändern, ohne dir Mitstreiter zu suchen, dann zählt das aber nicht.
Kurz: Wenn du etwas „veröffentlichst“ an einer Stelle, an der andere es durchaus wahrnehmen könnten (wenn sie denn vorbekämen, und wenn sie denn Zeit dafür hätten, und wenn sie denn Interesse daran hätten) – dann zählt das aber nicht.
Veröffentlicht ist es dann, wenn wir andere bewegen.
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