Was mich immer wieder erschüttert, sind Menschen, die ganz offensichtlich einfach am falschen Platz sind… Meist fällt mir das auf, wenn ich andere bei der Arbeit erlebe – vielleicht weil für die meisten von uns der Beruf (die „Arbeit“) so einen großen, aber trotzdem separaten Teil unseres Lebens ausmacht?
Diese Menschen sind einfach so offensichtlich am falschen Platz, dass es mir richtig weh tut. Und ich meine damit nicht den gelegentlichen schlechten Tag oder einzelne unangenehme Tätigkeiten, die jeder Beruf (und jede Berufung) so mit sich bringt und die wir alle ab und zu erleben.
Nein, ich meine damit Menschen, die eindeutig an einer anderen Stelle sein sollten: Der Kellner, der nicht damit umgehen kann, wenn unerwartete Dinge passieren. Die Lehrerin, die mit ihren Klassen völlig überfordert ist, obwohl sie ihr Fach liebt. Der Arzt, der lieber forschen würde als sich mit der Meinung seiner Patienten auseinanderzusetzen.
Sie alle sind keine schlechten Menschen, und sie leisten auch keine schlechte Arbeit. Manche von ihnen haben sich an den Erfordernissen ihrer Arbeit aufgerieben, gerade weil sie sie eigentlich im Grunde ihres Herzens nicht erfüllen können.
Diese Menschen sind einfach nur am falschen Platz, und es tut mir weh, das zu sehen.
Was mir aber noch viel mehr weh tut ist das Wissen, dass die meisten von ihnen es nie wagen werden, diesen falschen Platz zu verlassen und sich auf die Suche zu machen nach einem Ort, an dem sie sich wohler fühlen… an dem sie ihr Potential entfalten können… an dem ihre Talente glänzen und einen Beitrag für andere leisten!
Leider ist die Angst vor dem Unbekannten und vor Unsicherheiten (finanziell, sozial, familiär, …) meist größer als der Leidensdruck.
Das ist schade! Wieviel Gutes könnten wir alle in diese Welt bringen, wenn wir jeden dabei unterstützen würden, seinen und ihren Platz zu finden?
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