Ein neuer Backofen, meine Verantwortung – und unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen

Wir sehen uns derzeit nach neuen Haushaltsgeräten für die Küche um. Nicht weil mir das besonders viel
Freude bereitet („Hey, toll, ein freier Abend – lass uns doch gleich mal nach Kühlschränken browsen!“). Sondern weil es eben jetzt grade sein muss.

Nun sollte man denken, dass die Auswahl von Haushaltsgeräten nicht besonders schwierig ist. Schließlich wollen wir im Wesentlichen einen Backofen, der backt. Eine Spülmaschine, die spült. Und (Überraschung!) einen Herd, der kocht und brät. Dieser grundlegende Teil scheint auch weiter kein Problem zu sein, das können irgendwie alle.

Schwierig wird es bei den Dingen, die darüber hinaus gehen. Da stellen sich dann ganz schnell existentielle Fragen wie…

  • Wozu brauche ich eine blaue LED-Innenraumbeleuchtung für die Spülmaschine? Und wer hat sich dafür den Namen „emotionLight Pro“ ausgedacht?
  • Wo kommt die vierte Dimension in der „4D-Heißluft“ her? Haben die Techniker bei Bosch da eine neue physikalische Entdeckung gemacht, so ein bisschen wie „Star Trek“? Und kann ich mit diesem Backofen dann auch durch Wurmlöcher reisen?
  • Steht es um Siemens finanziell wirklich so schlecht, dass sie sich für ihre Hausgeräte-Sparte nicht mal für 10 Euro im Jahr einen ordentlichen Domain-Namen leisten können? Ich meine einen, den man als normaler Kunde auch problemlos buchstabieren und sich merken kann? Also nicht sowas wie „www.siemens-home.bsh-group.com/de“ ?
  • Ist „Active Water“ das gleiche wie „Water Control“? Oder eher sowas wie „Active Clean“? Oder „Brilliant Shine“?
  • Warum machen die ganzen Hausgeräte-Hersteller eindeutig Werbung für Männer, wenn es doch zum überwiegenden Teil immer noch Frauen sind, die die Geräte benutzen?

    (Und um die übereifrige Leser-Fantasie gleich wieder zu bremsen: „Werbung für Männer“ bezieht sich nicht auf den Anteil der sichtbaren nackten Haut, sondern auf die angepriesenen Features. Das ist fast wie in der Rasenmäher-Werbung…)

  • Warum ist ein Gerät mit „Super Silence“ leiser als ein anderes Gerät ohne – wohlgemerkt vom gleichen Hersteller?
  • Und falls hier jemand von Siemens mitliest – eure Argumente für das Feature „Home Connect“ sind wirklich absolut überzeugend: „Wählen und starten Sie zum Beispiel Spülprogramme während Sie ein Konzert genießen“ – ist das euer Ernst? Jungs, ihr geht auf die falschen Konzerte! Denn wenn ICH ein Konzert genieße, denke ich dabei ganz sicher nicht an mein schmutziges Geschirr zu Hause in der Spülmaschine!

… aber ich schweife ab. (Denn auch wenn du es noch nicht ganz glauben kannst: Ja, dieser Artikel hat tatsächlich einen tieferen Sinn!)

Was mich wirklich nachdenklich gemacht hat beim Betrachten all dieser blinkenden und leuchtenden Haushaltsgeräte war eine Sache, die sich durch die Features aller E-Geräte (und überhaupt durch viele Bereiche unseres heutigen Lebens) hindurchzieht wie ein klebriger roter Fliegenfänger-Faden… und das ist die Frage von Verantwortung und von Entscheidungskompetenz. Weiterlesen Ein neuer Backofen, meine Verantwortung – und unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen

Dein Bild von dir selbst

Du hast ein Bild von dir selbst, irgendwo in dir drin.

Ein ganz genaues Bild davon, wie du aussiehst. Wie du dich in jeder Situation verhältst. Wie erfolgreich du bist. Mit welchen Menschen du zusammenkommst. Wie du auf diese und auf andere Menschen reagierst. Wie du lebst. Was du gerne isst und ob du gerne Sport treibst. Ein Bild davon, was dich zum Lachen bringt und was dir Angst macht.

In jeder Sekunde deines Lebens versuchst du, diesem Bild gerecht zu werden. Es ist dein eigener Anspruch an dich selbst, so zu sein und nicht anders.

Veränderung beginnt damit, dein eigenes Bild von dir selbst zu verändern.

Noch mal am Anfang stehen…

Gibt es in deinem Leben eine Zeit, in der du frei warst?

Frei von Sachzwängen, Verpflichtungen, Geldsorgen. Frei von Anforderungen. Frei von Menschen, um die du dich kümmern musst, und von Dingen, die erledigt werden müssen?

Eine Zeit, in der du die Wahl hattest, was du mit deinem Leben anfangen willst. Die Freiheit, jeden Tag zu entscheiden, was du tun willst. Die Freiheit, deinen eigenen Weg zu gehen, wo auch immer der hinführt. Selbst wenn du diese Freiheit damals gar nicht wahrgenommen oder genutzt hast?

Vielleicht am Anfang deines Studiums, oder am Ende deiner Schulzeit? Während eines Aufenthalts im Ausland oder einer längeren Zeit ohne Arbeit? Vielleicht bevor die Kinder kamen, oder bevor du all die Dinge gekauft hast, die jetzt bezahlt und versorgt werden müssen?

Damals wusstest du diese Freiheit wahrscheinlich nicht zu schätzen. Aber damals warst du auch noch nicht der oder die, die du heute bist.

Wenn du jetzt, mit all deiner Lebenserfahrung, noch einmal so leben könntest wie damals – was würdest du tun, an das du damals gar nicht gedacht hast? Was würdest du dich trauen, das du dich damals nicht getraut hast? Was würdest du aus deinem Leben machen?

Und was hält dich davon ab, genau diese Dinge heute zu tun?

Erfolg durch das „richtige“ Selbstbild?

Manche Bücher lege ich nach dem Lesen zur Seite, reibe mir verwundert die Augen und frage mich: War mir das nicht alles vorher schon klar?

Bei genauerem Nachdenken stellt sich dann aber manchmal heraus, dass ich mir diese Dinge genau so doch noch nicht vergegenwärtigt hatte (und sie ganz sicher auch nicht konsequent in meinem Leben umgesetzt habe). Aber die Erkenntnisse aus diesen Büchern sind eben so einleuchtend und überzeugend, dass es mir so vorkommt, als ob ich das alles immer schon gewusst hätte.

Solch einen „Ja klar doch!“-Moment hatte ich auch bei der Lektüre von Carol Dwecks „Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“.* Weiterlesen Erfolg durch das „richtige“ Selbstbild?

Frühjahrsputz… Raum machen für Neues

Die Sonne strahlt am Himmel, und der kalte Ostwind hat sich wenigstens soweit gelegt, dass man jetzt (endlich!) die Veilchen riecht… Zeit für einen Frühjahrsputz der etwas anderen Art!

Putzen ist ja, ebenso wie das unweigerlich dazugehörende Aufräumen, eigentlich nur eins: Unerwünschtes aus dem Haus bringen.

Im Fall des Frühjahrsputzes ist dieses „Unerwünschte“ Staub oder anderweitige Ablagerungen, die wir irgendwie doch lieber aus unserem Leben entfernen möchten. Und wenn du diese Dinge losgeworden bist, dann fühlt sich die Welt gleich viel besser an.

Ganz ähnlich ist es auch bei einem Frühjahrsputz im übertragenen Sinne:

Wenn du Unerwünschtes oder nicht mehr Benötigtes aus deinem Leben entfernst, dann fühlt sich die ganze Welt gleich viel leichter und beschwingter an. Frühlingshaft eben…

Vielleicht weißt du selbst schon ganz genau, welche Dinge du schon seit langem „aufräumen“ oder „durchputzen“ wolltest. Vielleicht hast du aber auch nur das ganz generelle Gefühl, dass sich irgendwo etwas ändern muss. Für diesen Fall sind hier ein paar Ideen für Dinge, bei denen du mit deinem etwas anderen Frühjahrsputz anfangen könntest: Weiterlesen Frühjahrsputz… Raum machen für Neues

Das Risiko des Neuen…

Dinge zu tun, die wir so noch nie getan haben, bringt Risiken mit sich.

Das gefühlt größte Risiko ist oft, dass wir nicht einmal genau wissen, was die Risiken sind, oder dass wir im Voraus nicht „genau“ wissen, wie hoch sie eigentlich sind.

Dabei ist ein Risiko nichts anderes als die Wahrscheinlichkeit, dass bestimmte Dinge passieren oder eben nicht passieren.

Und die meisten Risiken im Alltag lassen sich mit mehr Erfahrung vielleicht etwas reduzieren, höchstens aber besser abschätzen.

Auch „bekannte“ Risiken sind deshalb nicht per se weniger „gefährlich“ – wir haben uns nur einfach an sie gewöhnt.