Ein neuer Backofen, meine Verantwortung – und unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen

Wir sehen uns derzeit nach neuen Haushaltsgeräten für die Küche um. Nicht weil mir das besonders viel
Freude bereitet („Hey, toll, ein freier Abend – lass uns doch gleich mal nach Kühlschränken browsen!“). Sondern weil es eben jetzt grade sein muss.

Nun sollte man denken, dass die Auswahl von Haushaltsgeräten nicht besonders schwierig ist. Schließlich wollen wir im Wesentlichen einen Backofen, der backt. Eine Spülmaschine, die spült. Und (Überraschung!) einen Herd, der kocht und brät. Dieser grundlegende Teil scheint auch weiter kein Problem zu sein, das können irgendwie alle.

Schwierig wird es bei den Dingen, die darüber hinaus gehen. Da stellen sich dann ganz schnell existentielle Fragen wie…

  • Wozu brauche ich eine blaue LED-Innenraumbeleuchtung für die Spülmaschine? Und wer hat sich dafür den Namen „emotionLight Pro“ ausgedacht?
  • Wo kommt die vierte Dimension in der „4D-Heißluft“ her? Haben die Techniker bei Bosch da eine neue physikalische Entdeckung gemacht, so ein bisschen wie „Star Trek“? Und kann ich mit diesem Backofen dann auch durch Wurmlöcher reisen?
  • Steht es um Siemens finanziell wirklich so schlecht, dass sie sich für ihre Hausgeräte-Sparte nicht mal für 10 Euro im Jahr einen ordentlichen Domain-Namen leisten können? Ich meine einen, den man als normaler Kunde auch problemlos buchstabieren und sich merken kann? Also nicht sowas wie „www.siemens-home.bsh-group.com/de“ ?
  • Ist „Active Water“ das gleiche wie „Water Control“? Oder eher sowas wie „Active Clean“? Oder „Brilliant Shine“?
  • Warum machen die ganzen Hausgeräte-Hersteller eindeutig Werbung für Männer, wenn es doch zum überwiegenden Teil immer noch Frauen sind, die die Geräte benutzen?

    (Und um die übereifrige Leser-Fantasie gleich wieder zu bremsen: „Werbung für Männer“ bezieht sich nicht auf den Anteil der sichtbaren nackten Haut, sondern auf die angepriesenen Features. Das ist fast wie in der Rasenmäher-Werbung…)

  • Warum ist ein Gerät mit „Super Silence“ leiser als ein anderes Gerät ohne – wohlgemerkt vom gleichen Hersteller?
  • Und falls hier jemand von Siemens mitliest – eure Argumente für das Feature „Home Connect“ sind wirklich absolut überzeugend: „Wählen und starten Sie zum Beispiel Spülprogramme während Sie ein Konzert genießen“ – ist das euer Ernst? Jungs, ihr geht auf die falschen Konzerte! Denn wenn ICH ein Konzert genieße, denke ich dabei ganz sicher nicht an mein schmutziges Geschirr zu Hause in der Spülmaschine!

… aber ich schweife ab. (Denn auch wenn du es noch nicht ganz glauben kannst: Ja, dieser Artikel hat tatsächlich einen tieferen Sinn!)

Was mich wirklich nachdenklich gemacht hat beim Betrachten all dieser blinkenden und leuchtenden Haushaltsgeräte war eine Sache, die sich durch die Features aller E-Geräte (und überhaupt durch viele Bereiche unseres heutigen Lebens) hindurchzieht wie ein klebriger roter Fliegenfänger-Faden… und das ist die Frage von Verantwortung und von Entscheidungskompetenz. Weiterlesen Ein neuer Backofen, meine Verantwortung – und unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen

Dich selbst aushalten

Es ist nicht immer einfach, alles auszuhalten, was das Leben so mit sich bringt. Rückschläge und Niederlagen. Abschied und Trennung. Neuanfang und Veränderung. Bestimmte Situationen und manche Menschen.

Am Schwersten ist es aber, dich selbst auszuhalten. Deine Gedanken und deine Gefühle – vor allem die, die nicht positiv sind, die dir keine Freude machen. Die Gefühle und Gedanken, die du manchmal nicht mal vor dir selbst zugeben möchtest. Angst, Scham, Wut, Hass, Unsicherheit, Verzweiflung, Trauer.

Dich selbst auszuhalten bedeutet, deine Gefühle auszuhalten – alle deine Gefühle. Auch die Angst.

Wir alle haben im Lauf unseres Lebens Strategien entwickelt, wie wir diesen Gefühlen ausweichen oder sie verdrängen. Fernseher, Computer oder Smartphone. Alkohol, Zigaretten oder zuviel Kaffee. Ablenkung und Unterhaltung, allein oder durch andere. Hirnlose Shows oder seichte Bücher mit den überbordenden Gefühlen von Kunstfiguren.

Beobachte dich mal dabei: Wann und vor allem wie weichst du deinen eigenen Gefühlen aus?

Wenn du dir selbst gerecht werden willst, deinem ganzen Selbst, dann wirst du dich selbst aushalten müssen – dein ganzes Selbst. Auch die Teile, vor denen du bisher lieber davongelaufen bist.

Dein Bild von dir selbst

Du hast ein Bild von dir selbst, irgendwo in dir drin.

Ein ganz genaues Bild davon, wie du aussiehst. Wie du dich in jeder Situation verhältst. Wie erfolgreich du bist. Mit welchen Menschen du zusammenkommst. Wie du auf diese und auf andere Menschen reagierst. Wie du lebst. Was du gerne isst und ob du gerne Sport treibst. Ein Bild davon, was dich zum Lachen bringt und was dir Angst macht.

In jeder Sekunde deines Lebens versuchst du, diesem Bild gerecht zu werden. Es ist dein eigener Anspruch an dich selbst, so zu sein und nicht anders.

Veränderung beginnt damit, dein eigenes Bild von dir selbst zu verändern.

Noch mal am Anfang stehen…

Gibt es in deinem Leben eine Zeit, in der du frei warst?

Frei von Sachzwängen, Verpflichtungen, Geldsorgen. Frei von Anforderungen. Frei von Menschen, um die du dich kümmern musst, und von Dingen, die erledigt werden müssen?

Eine Zeit, in der du die Wahl hattest, was du mit deinem Leben anfangen willst. Die Freiheit, jeden Tag zu entscheiden, was du tun willst. Die Freiheit, deinen eigenen Weg zu gehen, wo auch immer der hinführt. Selbst wenn du diese Freiheit damals gar nicht wahrgenommen oder genutzt hast?

Vielleicht am Anfang deines Studiums, oder am Ende deiner Schulzeit? Während eines Aufenthalts im Ausland oder einer längeren Zeit ohne Arbeit? Vielleicht bevor die Kinder kamen, oder bevor du all die Dinge gekauft hast, die jetzt bezahlt und versorgt werden müssen?

Damals wusstest du diese Freiheit wahrscheinlich nicht zu schätzen. Aber damals warst du auch noch nicht der oder die, die du heute bist.

Wenn du jetzt, mit all deiner Lebenserfahrung, noch einmal so leben könntest wie damals – was würdest du tun, an das du damals gar nicht gedacht hast? Was würdest du dich trauen, das du dich damals nicht getraut hast? Was würdest du aus deinem Leben machen?

Und was hält dich davon ab, genau diese Dinge heute zu tun?

Erfolg durch das „richtige“ Selbstbild?

Manche Bücher lege ich nach dem Lesen zur Seite, reibe mir verwundert die Augen und frage mich: War mir das nicht alles vorher schon klar?

Bei genauerem Nachdenken stellt sich dann aber manchmal heraus, dass ich mir diese Dinge genau so doch noch nicht vergegenwärtigt hatte (und sie ganz sicher auch nicht konsequent in meinem Leben umgesetzt habe). Aber die Erkenntnisse aus diesen Büchern sind eben so einleuchtend und überzeugend, dass es mir so vorkommt, als ob ich das alles immer schon gewusst hätte.

Solch einen „Ja klar doch!“-Moment hatte ich auch bei der Lektüre von Carol Dwecks „Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“.* Weiterlesen Erfolg durch das „richtige“ Selbstbild?

Kleine Ursache, große Wirkung

In meinem letzten Post ging es um’s Ausräumen und Loslassen, und vor allem darum, Platz zu machen für Neues in deinem Leben.

Im Nachhinein ist mir dann aufgefallen, dass diese Liste mit Bereichen, in denen du aussortieren könntest, leicht missverstanden werden kann.

Ich glaube nicht, dass du dein (oder ich mein) Leben perfekt in Ordnung bringen musst. Im Gegenteil: „perfekt“ ist eine Illusion, und das Leben ist immer zu einem gewissen Grad chaotisch, unbalanciert, unstrukturiert und unsortiert. Das macht ja gerade den Spaß aus!

Worum es mir ging ist, die Leichtigkeit des Frühlings auf dein Leben zu übertragen. Mit Leichtigkeit und Spaß ein paar Dinge wegzuwerfen oder wegzugeben, und damit ganz entspannt Platz zu machen für etwas anderes. Das Richtige wird dann schon zu dir kommen.

Ganz verbissen alles in Ordnung bringen zu wollen wäre hingegen eine Sackgasse, die dir keinen Raum zur Entfaltung lässt…

Frühjahrsputz… Raum machen für Neues

Die Sonne strahlt am Himmel, und der kalte Ostwind hat sich wenigstens soweit gelegt, dass man jetzt (endlich!) die Veilchen riecht… Zeit für einen Frühjahrsputz der etwas anderen Art!

Putzen ist ja, ebenso wie das unweigerlich dazugehörende Aufräumen, eigentlich nur eins: Unerwünschtes aus dem Haus bringen.

Im Fall des Frühjahrsputzes ist dieses „Unerwünschte“ Staub oder anderweitige Ablagerungen, die wir irgendwie doch lieber aus unserem Leben entfernen möchten. Und wenn du diese Dinge losgeworden bist, dann fühlt sich die Welt gleich viel besser an.

Ganz ähnlich ist es auch bei einem Frühjahrsputz im übertragenen Sinne:

Wenn du Unerwünschtes oder nicht mehr Benötigtes aus deinem Leben entfernst, dann fühlt sich die ganze Welt gleich viel leichter und beschwingter an. Frühlingshaft eben…

Vielleicht weißt du selbst schon ganz genau, welche Dinge du schon seit langem „aufräumen“ oder „durchputzen“ wolltest. Vielleicht hast du aber auch nur das ganz generelle Gefühl, dass sich irgendwo etwas ändern muss. Für diesen Fall sind hier ein paar Ideen für Dinge, bei denen du mit deinem etwas anderen Frühjahrsputz anfangen könntest: Weiterlesen Frühjahrsputz… Raum machen für Neues

Die Balance zwischen Innen und Außen

Es gibt zwei wichtige Bereiche, in denen du dich weiter entwickeln oder verändern kannst: Innen drin, in dir selbst. Und nach außen, in dem was du darstellst und weitergibst.

Beides ist wichtig, und wie so oft im Leben ist die Kunst auch hier, die richtige Balance zu halten.

Dich immer nur nach außen zu verändern, Neues anzupacken, Neues zu lernen, Neue Menschen kennenzulernen, deine eigenen Umstände zu verändern… das ist bequem und einfach. Zu bequem, und zu einfach. Denn du vermeidest es damit, auch an dir selbst zu arbeiten: an den Dingen, die für dich schwierig sind, die mühsam sind, vielleicht sogar weh tun.

Und dich immer nur nach innen zu verändern, dich persönlich weiter zu entwickeln, an deinen Schwächen oder Schwierigkeiten zu arbeiten… das ist bequem und einfach. Zu bequem, und zu einfach. Denn du vermeidest es damit, etwas von dir nach außen zu tragen: Deine Erkenntnisse weiter zu geben, dich mit anderen auseinander zu setzen, dich angreifbar zu machen.

Die optimale Balance zwischen den Herausforderungen in dir und den Herausforderungen in deiner Umwelt zu finden ist schwierig.

Aber du solltest eins bedenken: Wenn du es wenigstens versuchst, bist du schon weiter als alle anderen, die weder an sich selbst arbeiten noch etwas Substantielles weitergeben.

So oder so kannst du also nur gewinnen.

Meine Lektüre zwischen den Jahren

Ich lese sehr gerne. Besonders (aber nicht nur!) Bücher, die mich in irgendeiner Form inspirieren und herausfordern. Und die Zeit jetzt so zwischen den Jahren, wenn ich zur Ruhe komme, in mich gehe und sowieso über mein Leben nachdenke, die verlangt ja geradezu nach solcher Lektüre.

In diesem Jahr ist mein Bücherstapel für diese Zeit vielleicht ein wenig ambitioniert. 😉 Aber was ich jetzt nicht schaffe, kommt dann einfach im Lauf der nächsten Wochen dran. Und die wirklich guten und lohnenswerten Bücher lese ich sowieso mehr als einmal…

Zur Inspiration möchte ich dir heute einfach mal meine „Lektüre zwischen den Jahren“ zeigen – vielleicht ist ja auch das eine oder andere für dich dabei! Und ich werde natürlich in den nächsten Wochen berichten, was besonders lohnenswert war!

(Einige der englischen Bücher sind auch auf Deutsch erhältlich. Unten steht dann jeweils auch der deutsche Titel.)

Wie du sehen wirst, sind für mich wichtige Themen im Moment innere Einstellung, Verhaltensweisen und wie wir sie verändern, und Kreativität. Aber auch andere Themen sind dabei – lass dich überraschen!

Alle Links in diesem Text sind sogenannte Werbepartner-Links. Das bedeutet, dass ich eine Provision bekomme, wenn du auf diese Links klickst und danach z.B. bei Amazon etwas kaufst.

Du kannst alle diese Dinge entweder in inhabergeführten Läden bei dir vor Ort erhalten und damit diese kleineren Läden stärken. Oder wenn du lieber online bestellen möchtest, dann freue ich mich, wenn du meine Links benutzt. Du unterstützt damit meine Arbeit, die hinter Weg der Offenen Türen steckt.

Auf meinem „Zwischen den Jahren“-Stapel liegt also in diesem Jahr…

Ken Robinson: Out of Our Minds – Learning to be Creative

Ken Robinson ist unterhaltsam. Mit feinem britischen Humor und so fesselnd, dass man am Ende eines Buches erstaunt aufblickt und denkt „Was? Bin ich schon durch?“. Gleichzeitig sind seine Bücher, seine Vorträge und Artikel sehr anregend und inspirierend.

Du merkst schon: Ich bin ein begeisterter Fan! 😉

Deshalb kaufe ich mir nicht nur nach und nach alle seine Bücher, sondern verschenke und empfehle sie auch fleißig weiter. Dieses Mal ist nun „Out of our Minds – Learning to be Creative“ dran. (Leider scheint es ausgerechnet von diesem Titel keine deutsche Übersetzung zu geben.)

Worum es geht, sagt schon der Titel: Kreativität. Warum wir sie brauchen. Warum viele von uns denken, dass sie nicht kreativ wären. Und wie wir lernen können, kreativ zu sein.

Ehrlich gesagt hätte ich dieses Buch wahrscheinlich auch gekauft, wenn Ken Robinson über den Einkauf von Drogerieartikeln geschrieben hätte – ich lese seine Sachen einfach gerne.

Aber dieses Thema speziell finde ich sehr spannend. Kreativität brauche ich jeden Tag in dem, was ich hier tue. Und da lerne ich auch immer gerne noch etwas dazu!

Daniel Kahnemann: Thinking, Fast and Slow

(dt.: Schnelles Denken, langsames Denken)

Fast schon ein Klassiker… Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann befasst sich in „Schnelles Denken, langsames Denken“ mit Entscheidungen. Genauer gesagt damit, wie wir Entscheidungen treffen. Wovon unsere Entscheidungen beeinflusst werden. Warum wir manchmal die falschen Entscheidungen treffen. Und wie es uns gelingt, zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen.

Dieses Buch steht schon lange auf meiner „lesen will“-Liste, und jetzt habe ich es endlich besorgt. Das komplexe Thema Entscheidungen ist ja für sich alleine schon sehr interessant. Aber in Kombination mit der Frage, wie man das eigene Verhalten verändern oder beeinflussen kann, finde ich es besonders spannend! Deshalb freue ich mich sehr auf Kahnemanns Buch.

Daniel Coyle: The Talent Code

Hier geht es um Talent. Oder genauer gesagt: Darum, warum das Konzept „Talent“, so wie wir uns das meistens vorstellen, eigentlich falsch ist. Daniel Coyle geht davon aus, dass Motivation, Übung und Disziplin viel mehr ausmachen als angeborene Veranlagungen. Und er untersucht, wie wir möglichst große Fortschritte machen können. Denn dass nicht jede Art zu Üben gleich große Fortschritte bringt, das ist ja recht einleuchtend.

Gekauft habe ich mir Daniel Coyles „The Talent Code“, weil ich diese Fragestellungen sehr spannend und wichtig finde (und weil es von Leuten empfohlen wurde, deren Buchgeschmack ich traue…). Ich hoffe, dass er in diesem Buch auch tatsächlich in die Details geht darüber, auf welche Arten wir am effektivsten üben können bzw. wie wir anderen möglichst effektiv bestimmte Dinge beibringen können.

Die deutsche Ausgabe „Die Talent-Lüge: Warum wir (fast) alles erreichen können“ scheint leider vergiffen zu sein.

Ken Robinson: Creative Schools

(dt.: Wie wir alle zu Lehrern und Lehrer zu Helden werden)

Ich liebe Ken Robinsons Bücher, habe ich das schon erwähnt? 😉

Schule betrifft uns alle. Manchen von uns ganz direkt (z.B. als Eltern von schulpflichtigen Kindern). Manche eher indirekt, weil Schule nicht nur in Deutschland die Grundlage legt für vieles, was in unserem Land und dem Rest der Welt geschieht oder in den nächsten Jahrzehnten geschehen wird.

Wenn ich so zurückblicke und die Schule, die meine Kinder jetzt erleben, vergleiche mit der Schule, wie ich sie früher erlebt habe, dann hat sich zwar einiges verändert. Aber im Kern ist das System „Schule“ zumindest hier in Deutschland doch fast unverändert geblieben, allen Diskussionen über Ganztagesunterricht oder G8 zum Trotz. Erst so langsam scheinen sich manche Dinge im Schulalltag tatsächlich zu bewegen.

Gleichzeitig hat sich unsere Welt in den letzten Jahrzehnten stark verändert – so stark wie nie zuvor in so kurzer Zeit. Da stellt sich schon die Frage, ob die altbewährte Art, Schule zu machen, dieser veränderten Welt immer noch gerecht wird.

Ken Robinson meint nein, und schon der deutsche Titel sagt, worum es ihm geht: dass wir alle zu Lehrern und Lehrer zu Helden werden.

Ich habe schon ein paar Sachen von ihm gesehen über das Schulsystem und die Veränderungen, die er sich darin erhofft, z.B. seinen sehr bekannten TED-Talk „Ersticken Schulen die Kreativität?“ (Englisch mit deutschen Untertiteln). Und das, was ich von ihm über Schule gesehen und gehört habe, fand ich sehr überzeugend.

Deshalb erhoffe ich mir von seinem Buch jetzt mehr Details, vielleicht auch mehr Konkretes dafür, wie ich selbst als Mutter mit Schule umgehen kann. Und ich freue mich schon sehr aufs Lesen, denn Ken Robinson ist immer unterhaltsam und einfach very British in seiner Sprache und in seinem Humor.

Robert T. Kiyosaki: Rich Dad, Poor Dad (dt. Ausgabe)

Geld. Ein leidiges Thema, und kaum jemand kann unbefangen damit umgehen.

Robert T. Kiyosakis „Rich Dad, Poor Dad“ ist zunächst einmal in bewährt amerikanischer Ratgeber-Tradition mit einem reißerischen Untertitel versehen. Ich habe beschlossen, den einfach zu ignorieren. Schließlich hat auch dieses Buch erst mal die Unschuldsvermutung verdient… 😉

Aber im Ernst: Viel von unserem Umgang mit Geld ist angelernt. Verhaltensweisen, die wir von unseren Eltern oder anderen Menschen übernommen haben. Glaubenssätze, die wir im Lauf unseres Lebens aus Erfahrungen gebildet haben. Und wer sich damit beschäftigt, wie seine ganz persönlichen Verhaltensweisen aussehen und wie er sie verändern kann, der wird sich früher oder später auch mit dem Thema Geld befassen müssen.

In „Rich Dad, Poor Dad“ geht es eben genau um finanzielle Verhaltensweisen, und warum manche uns schaden, während andere uns nutzen. Ich erhoffe mir hier also Gedankenanstöße, die vielleicht sogar über das Thema Geld hinausgehen.

Sarah Ballantyne: Die Paläo-Therapie

Seit einiger Zeit esse ich mehr oder weniger „Paläo“. Nicht um des Labels willen oder weil es gerade in ist. Sondern einfach weil ich festgestellt habe, dass es mir besser geht, wenn ich auf Getreide, Milchprodukte und Zucker verzichte und stattdessen möglichst viel Gemüse, Obst, Eiweiß und gesunde Fette esse.

Bücher hierzu gibt es inzwischen genügend, aber die allermeisten wirken auf mich so, als ob sie einfach auf den Trend aufgesprungen wären. Sarah Ballantynes „Die Paläo-Therapie“ hingegen hat den Ruf, Dinge auch wissenschaftlich fundiert zu erklären. Außerdem geht es bei ihr nicht primär um „Wellness“, sondern darum, Autoimmunerkrankungen mit der richtigen Ernährung zu vermeiden. Ich bin deshalb gespannt, was ich hier noch Neues dazulernen kann!

Melissa Joulwan: Well Fed 2

Ebenfalls „Paläo“ ist Melissa Joulwans Kochbuch „Well Fed 2“. In ansprechend gemachten Kochbüchern könnte ich ja den ganzen Tag blättern…

Den ersten Band mit dem Titel „Well Fed“ besitze ich bereits, und bisher ist wirklich jedes Rezept, dass wir hieraus gekocht haben, ein voller Erfolg gewesen! Das ist ja leider nicht bei jedem Kochbuch so. Schon allein deshalb hätte ich mir den zweiten Band auch gekauft. Aber Melissa Joulwan hat nicht nur richtig gute Rezepte, sie ist auch witzig und denkt sehr praktisch: Z.B. gibt es viele Tipps, wie du schnell ein gutes Essen auf die Beine bringst, und wie du dir mit wenig „Vorkochzeit“ am Wochenende das Leben unter der Woche sehr viel leichter machen kannst.

Und das Beste für mich ist: alle Rezepte enthalten nur Zutaten, die ich auch wirklich gut vertrage. Wenn du also selbst z.B. keine Milchprodukte verträgst, oder wenn du einfach nach leckeren Rezeptanregungen mit viel Gemüse suchst, dann wirst du hier garantiert fündig.

Da ich vom ersten Band so begeistert bin, hoffe ich jetzt natürlich auch beim zweiten Band auf viele gelungene Mahlzeiten! Einziger Wermutstropfen: Well Fed und Well Fed 2 sind leider nur auf Englisch erhältlich.

Dina Rose: It’s not about the Broccoli

Und wo wir schon beim Essen sind… Die meisten Eltern kennen Probleme mit dem Essen (wobei immer die Frage bleibt, was echte Probleme sind und wo wir uns als Eltern den Stress selbst machen?).

Und Ratgeber zum Thema „Kinder und Ernährung“ gibt es zuhauf.

Was mich an Dina Roses „It’s not about the Broccoli“ (leider nur auf Englisch erhältlich) angesprochen hat, ist, dass es nicht um gesunde Ernährung oder Vitaminzählen geht, und auch nicht um Strategien, wie man die Kinder dazu bekommt, bei Tisch gefälligst zu funktionieren. Stattdessen geht es um Verhaltensweisen. Und „gute“ Verhaltensweisen, das ist ja eigentlich das, was wir unseren Kindern gerne für’s Leben mitgeben würden.

Ich bin also gespannt, was ich aus diesem Buch über das Thema „Familienernährung“ hinaus noch mitnehmen kann.

Nancy Duarte: Resonate. Present Visual Stories that Transform Audiences

(dt.: resonate: oder wie Sie mit packenden Storys und einer fesselnden Inszenierung Ihr Publikum verändern)

Von der Nahrung für den Körper hin zur Nahrung für’s Auge…

Nancy Duarte gilt als eine der Koryphäen auf dem Gebiet gelungener Präsentationen. Von ihr gibt es mehrere Bücher zu diesem Thema, jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten (soweit ich von außen sehen kann also nicht einfach jeweils nur ein Abklatsch des vorhergehenden Buches).

Für den Einstieg in ihre Bücher habe ich mich für „Resonate“ entschieden (Link zur deutschen Ausgabe / Link zur englischen Ausgabe). Mit meinen Inhalten Geschichten zu erzählen, die meine Leser fesseln und inspirieren, daran arbeite ich im Moment gerade sowieso. Und visuelle Geschichten haben in unserer heutigen, schnellen und sehr visuell orientierten Zeit eine besondere Bedeutung.

Ob Nancy Duartes Buch etwas gebracht hat, wirst du ja selbst im Lauf der nächsten Monate sehen… 😉

Mark Manson: The Subtle Art of Not Giving a Fuck

Auf Mark Mansons „The Subtle Art of Not Giving a Fuck“ bin ich sehr neugierig, weil ich noch gar nicht richtig weiß, was mich erwartet. Ich bin erst kürzlich über Marks Webseite gestolpert. Die Texte dort haben mich angesprochen, und als ich dann zufällig sein Buch sah, habe ich kurzerhand zugegriffen.

Laut der Zusammenfassung geht es darum, seine eigenen Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und damit zu einem erfüllteren Leben zu kommen. Ich bin mal gespannt, wie das aussehen wird und werde definitiv berichten, wenn ich das Buch lesenswert finde!

Leider ist The Subtle Art of Not Giving a Fuck bisher nur auf Englisch erhältlich.

Carol Dweck: Selbstbild.

(engl.: Mindset: The New Psychology of Success)

In „Selbstbild. Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“ vertritt Carol Dweck die These, dass Erfolg wesentlich mit dem eigenen Selbstbild (engl. „mindset“) zusammenhängt, und weniger mit Talent oder Begabungen. Die Menschen, die davon ausgehen, dass ihre eigenen Fähigkeiten unveränderlich sind, haben seltener Erfolge als die, die daran glauben, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten beeinflussen können (z.B. durch Üben, gute Strategien, …).

Soweit klingt das für mich noch nicht nach einem bahnbrechenden Buch, obwohl es sicher nicht schaden kann, sich diesen Gedanken noch einmal vor Augen zu führen!

Aber ich nun schon mehrere begeistere Empfehlungen für „Selbstbild“ gesehen, und alle von Menschen, die in der Regel nur wirklich gute Bücher empfehlen. Deshalb freue ich mich schon darauf zu lesen, was Carol Dweck in ihrem Buch aus dieser Erkenntnis macht, und inwieweit das vielleicht auch mein Leben verändert.

Außerdem scheint es mir eine gute Ergänzung zu Daniel Coyles „The Talent Code“ zu sein, das ich dir oben schon vorgestellt hatte. Ich werde dann berichten…

Keith Ferrazzi: Geh nie alleine essen!

(engl.: Never Eat Alone: And Other Secrets to Success, One Relationship at a Time)

„Networking“ – eine der am wenigsten beachteten und gleichzeitig am meisten verachteten Fähigkeiten. Gleichzeitig gerade in unserer vernetzten Welt wichtiger denn je. Und genau darum geht es in Keith Ferrazzis „Geh nie alleine essen!“.

Die Kurzbeschreibung ist ein wenig reißerisch und spricht vom „Networking-Guru“, aber vielleicht muss man das heutzutage, um Aufmerksamkeit zu erregen. Das Buch an sich wurde mir aber sehr empfohlen, und dann lasse ich mich auch nicht von so Kleinigkeiten wie einem reißerischen Klappentext abhalten! 😉

Im Kern geht es darum, wie man Networking und Kontakte konstruktiv und gezielt nutzt, um allen Beteiligten weiterzuhelfen. Besonders freue ich mich aber auf die Tipps und Strategien für den Umgang mit ganz konkreten Situationen – da gibt es immer noch etwas dazu zu lernen!

….

So, das war meine Lektüre zwischen den Jahren und darüber hinaus. Das ein oder andere wird sich hoffentlich als so gut erweisen, dass ich es hier noch genauer vorstellen werde. Jetzt bleiben eigentlich nur noch zwei Fragen:

Was lese ich als Erstes?

Und: Was liest du dieses Jahr über die Feiertage?

Weihnachten, weil es nicht perfekt sein muss

Foto: Daniil Silantev – https://unsplash.com/@betagamma

Auch dieses Jahr liegt fast schon hinter uns, aber zuerst… Weihnachten. Und ganz egal, ob du dich in der christlichen Weihnachtsgeschichte in irgendeiner Form wiederfindest oder nicht: ein Element dieser Geschichte ist so tröstlich, so ermutigend – und trotzdem ist es gerade diese eine Sache, die wir im Alltag meist als erstes aus den Augen verlieren…

Weihnachten begann in einer Krippe, in einem Stall. Nicht in einem Hotel oder einer Herberge. Nicht in einer vorgeplanten, vorgebuchten Übernachtungsmöglichkeit.

Sondern spontan, improvisiert, und ganz gewiss nicht vollkommen.

Wenn etwas so Großes wie die Weihnachtsgeschichte so beginnen kann – warum muss dann das, was du tust, immer perfekt sein? Warum müssen deine Pläne bis ins letzte Detail durchdacht sein, bevor du den ersten Schritt wagen kannst? Warum darfst du keine Fehler machen, nichts ausprobieren, nicht auch einmal scheitern?

Und warum gehst du nicht einfach mutig den nächsten Schritt auf deinem Weg, spontan, improvisiert und absolut nicht perfekt, und wer weiß… vielleicht entsteht ja etwas ganz Großes daraus?

Ich wünsche dir frohe Weihnachten!

Regine