Was will ich wirklich?

Zu wissen, was du wirklich willst im Leben, ist nicht immer einfach – ganz im Gegenteil! Je komplexer und weitreichender die Entscheidungen werden („Soll ich meinen Job hinwerfen und etwas ganz Neues anfangen, oder doch lieber die interne Beförderung annehmen?“; „Ich bin in meiner Beziehung nicht mehr glücklich, was soll ich tun?“), desto schwerer fallen sie uns.

Zudem gibt es meist mehr Optionen, als wir eigentlich dachten. Oft hilft es bei einer schwierigen Entscheidung ganz enorm, wenn du noch weitere oder differenziertere Möglichkeiten hast. Aber manchmal bringt es auch einfach nur mehr Verwirrung.

Und am Ende lassen sich solche schwierigen Entscheidungen oft auf eine nicht weniger schwierige Frage reduzieren:

Was will ich eigentlich wirklich?

Denn wenn du weißt, was du wirklich vom Leben willst, dann ist in aller Regel auch klar, in welche Richtung du als nächstes gehen musst. Ist doch klar, oder?

An dieser Stelle sehe ich schon die Kommentare und Emails vor mir: Zum Glück „nur“ wissen, was ich wirklich will? Das ist doch grade mein Problem! Soll das ein Witz sein?

Offensichtlich sind wir da direkt zum Kern des Problems vorgestoßen: Wie kannst du herausfinden, was du wirklich willst im Leben?

Ich denke, dass es kein Zufall ist, dass es den meisten Menschen so schwer fällt, diese Frage für sich zu beantworten: Sie ist ganz einfach irreführend formuliert.

Zu jeder Zeit zu wissen, was du willst, impliziert irgendwie, dass du ein großes Ziel vor Augen haben musst — eins, nach dem du jederzeit dein Leben ausrichten kannst.

Und wenn man sich Menschen ansieht, die in irgendeiner Weise Großes oder Wichtiges im Leben erreicht haben, dann findet sich da auch oft ein roter Faden, an dem sich ihr Leben ausgerichtet hat.

Aber: Dieser Faden findet sich im Nachhinein, wenn wir die komplette Biografie sehen. Wenn wir aber einzelne Momentaufnahmen aus dem Leben dieser Menschen betrachten, dann gab es zwar durchaus übergreifende Werte, Ideale oder Prinzipien, nach denen sie ihr Leben ausgerichtet haben. Aber dass jemand sein ganzes Leben hindurch ganz genau wusste, dass er einen Nobelpreis in Medizin erhalten, Wale retten oder den Mount Everest ohne Sauerstoff besteigen wird (und nichts anderes!), ist doch eher selten.

Die meisten Menschen, auch die die Großes leisten, stolpern eher Schritt für Schritt auf ihrem Lebensweg entlang.

Trotzdem gibt es im Leben der Menschen, die die Welt auf irgendeine Art bewegen, in der Regel einen „roten Faden“. Etwas, an dem sie sich entlang hangeln, oder von dem sie sich leiten lassen.

Das kann das Interesse für eine bestimmte Sache sein. Oft sind es aber themenübergreifende Prinzipien und Werte (den Ärmsten der Armen aus Menschenliebe zu helfen), eine große Vision (Indien von der unterdrückenden Kolonialherrschaft zu befreien, oder alle Menschen auf der Welt mit einem einfach zu bedienenden Smartphone zu versorgen) oder eine Idee, die die Welt verändern.

Oder, anders gesagt: Ich bezweifle stark, dass Mahatma Gandhi schon von Anfang an wusste, dass er ein Volksheld werden wird. Vielleicht war er sich noch nicht einmal sicher, wie weit er mit seinem Engagement überhaupt kommen würde. Trotzdem hatte er eine Idee, und Prinzipien, und hat damit losgelegt.

Und für uns alle bedeutet das:

Du musst nicht unbedingt wissen, wo du am Ende herauskommen willst. Geh einfach den Weg, der deinen Werten und Prinzipien entspricht, verfolge deine Vision oder Idee — und dann wirst du am Ende an der richtigen Stelle landen.

D.h. die Frage sollte nicht sein „Wo will ich wirklich hin?“, sondern „Welches ist der richtige nächste Schritt für mich?“.

(Der richtige nächste Schritt muss übrigens nicht immer die Richtung wechseln, manchmal kann es auch einfach geradeaus weitergehen…)

Um nun herauszufinden, was der richtige nächste Schritt für dich ist, hilft ein Konzept, das ich „Grundwerte“ nenne. Wer seine Grundwerte kennt, der kann seine Entscheidungen auch dann daran ausrichten, wenn er das Ziel noch nicht klar vor Augen hat.

Einer von Einsteins Grundwerten war sicher „wissenschaftliche Neugier“ oder „Forscherdrang“. Einer von Gandhis Grundwerten „Gerechtigkeit“.

Aber die entscheidende Frage ist: Was sind deine Grundwerte? Und was bedeuten diese Werte für deinen nächsten Schritt im Leben?


P.S.: Ich werde in der nächsten Zeit mehr zu diesem Thema schreiben: was Grundwerte genau sind, wie du deine eigenen Grundwerte herausfindest, und wie sie dir im Alltag und bei den großen Entscheidungen im Leben weiterhelfen.

Damit ich dabei den „Nagel auf den Kopf treffe“, brauche ich deine Hilfe!

Erzähl mir einfach kurz, was genau dich an diesem Thema beschäftigt, ob du gerade vor einer schwierigen Entscheidung stehst, oder wobei du Unterstützung brauchst. Entweder hier als Kommentar (dann können es alle lesen) oder per Email (dann behandle ich es selbstverständlich vertraulich).

Ich freue mich, von dir zu hören!


Update: Den zweiten Teil dieser Serie findest du hier: Dich selbst im Alltagswahnsinn nicht verlieren

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