Muss sich alles gut anfühlen?

Gestern, in der Filiale einer großen deutschen Drogeriemarkt-Kette.

Unser Toilettenpapier war fast alle, dringender Handlungsbedarf daher gegeben.

Ich stand also vor dem Toilettenpapier-Regal und betrachtete etwas fassungslos das Angebot. Die Eigenmarke der Drogeriekette bot nicht weniger als VIER unterschiedliche Designs an. Wohlgemerkt vom selben Toilettenpapier.

(Übrigens alle als „Limited Edition, nur für kurze Zeit erhältlich“, was ich ja an sich schon albern finde. Kauft wirklich jemand Toilettenpapier, weil es grade hübsch aussieht und er dieses Design nur für kurze Zeit bekommen kann? Ich kaufe das immer dann, wenn wir es brauchen. Aber gut.)

Was mich so sprachlos gemacht hat, das waren die Designs an sich.

Nun reden wir, wohlgemerkt, von Toilettenpapier. Du weißt schon, was man damit in aller Regel macht.

(Obwohl es sich auch ausgezeichnet als Lesezeichen eignet, aber das nur am Rande.)

Diese Designs waren alle… klebrig-süß. Über-optimistisch. Super-motivierend.

Rosa Wölkchen. Niedliche Landschaften mit süßen Kätzchen. Entspannende Blümchenranken. Kuschelige Wohlfühl-Botschaften.

(Okay, zugegeben, mit den Kätzchen habe ich übertrieben. Aber du kannst dir vorstellen, was ich meine, oder?)

Und da frage ich mich doch:

Künstliche Motivation

Müssen wir uns denn wirklich immer und überall wohlfühlen?

Kann man nicht auch einfach mal was erledigen? (im übertragenen Sinne natürlich… 😉 )

Oder (wie schrecklich!) etwas Unangenehmes aushalten? Müssen wir uns unbedingt in rosa Watte packen, weil wir unser Leben sonst nicht mehr ertragen?

Wie weit ist es gekommen, wenn wir uns selbst auf der Toilette noch motivieren und betüdeln lassen müssen?

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