Meine Lektüre zwischen den Jahren

Ich lese sehr gerne. Besonders (aber nicht nur!) Bücher, die mich in irgendeiner Form inspirieren und herausfordern. Und die Zeit jetzt so zwischen den Jahren, wenn ich zur Ruhe komme, in mich gehe und sowieso über mein Leben nachdenke, die verlangt ja geradezu nach solcher Lektüre.

In diesem Jahr ist mein Bücherstapel für diese Zeit vielleicht ein wenig ambitioniert. 😉 Aber was ich jetzt nicht schaffe, kommt dann einfach im Lauf der nächsten Wochen dran. Und die wirklich guten und lohnenswerten Bücher lese ich sowieso mehr als einmal…

Zur Inspiration möchte ich dir heute einfach mal meine „Lektüre zwischen den Jahren“ zeigen – vielleicht ist ja auch das eine oder andere für dich dabei! Und ich werde natürlich in den nächsten Wochen berichten, was besonders lohnenswert war!

(Einige der englischen Bücher sind auch auf Deutsch erhältlich. Unten steht dann jeweils auch der deutsche Titel.)

Wie du sehen wirst, sind für mich wichtige Themen im Moment innere Einstellung, Verhaltensweisen und wie wir sie verändern, und Kreativität. Aber auch andere Themen sind dabei – lass dich überraschen!

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Auf meinem „Zwischen den Jahren“-Stapel liegt also in diesem Jahr…

Ken Robinson: Out of Our Minds – Learning to be Creative

Ken Robinson ist unterhaltsam. Mit feinem britischen Humor und so fesselnd, dass man am Ende eines Buches erstaunt aufblickt und denkt „Was? Bin ich schon durch?“. Gleichzeitig sind seine Bücher, seine Vorträge und Artikel sehr anregend und inspirierend.

Du merkst schon: Ich bin ein begeisterter Fan! 😉

Deshalb kaufe ich mir nicht nur nach und nach alle seine Bücher, sondern verschenke und empfehle sie auch fleißig weiter. Dieses Mal ist nun „Out of our Minds – Learning to be Creative“ dran. (Leider scheint es ausgerechnet von diesem Titel keine deutsche Übersetzung zu geben.)

Worum es geht, sagt schon der Titel: Kreativität. Warum wir sie brauchen. Warum viele von uns denken, dass sie nicht kreativ wären. Und wie wir lernen können, kreativ zu sein.

Ehrlich gesagt hätte ich dieses Buch wahrscheinlich auch gekauft, wenn Ken Robinson über den Einkauf von Drogerieartikeln geschrieben hätte – ich lese seine Sachen einfach gerne.

Aber dieses Thema speziell finde ich sehr spannend. Kreativität brauche ich jeden Tag in dem, was ich hier tue. Und da lerne ich auch immer gerne noch etwas dazu!

Daniel Kahnemann: Thinking, Fast and Slow

(dt.: Schnelles Denken, langsames Denken)

Fast schon ein Klassiker… Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann befasst sich in „Schnelles Denken, langsames Denken“ mit Entscheidungen. Genauer gesagt damit, wie wir Entscheidungen treffen. Wovon unsere Entscheidungen beeinflusst werden. Warum wir manchmal die falschen Entscheidungen treffen. Und wie es uns gelingt, zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen.

Dieses Buch steht schon lange auf meiner „lesen will“-Liste, und jetzt habe ich es endlich besorgt. Das komplexe Thema Entscheidungen ist ja für sich alleine schon sehr interessant. Aber in Kombination mit der Frage, wie man das eigene Verhalten verändern oder beeinflussen kann, finde ich es besonders spannend! Deshalb freue ich mich sehr auf Kahnemanns Buch.

Daniel Coyle: The Talent Code

Hier geht es um Talent. Oder genauer gesagt: Darum, warum das Konzept „Talent“, so wie wir uns das meistens vorstellen, eigentlich falsch ist. Daniel Coyle geht davon aus, dass Motivation, Übung und Disziplin viel mehr ausmachen als angeborene Veranlagungen. Und er untersucht, wie wir möglichst große Fortschritte machen können. Denn dass nicht jede Art zu Üben gleich große Fortschritte bringt, das ist ja recht einleuchtend.

Gekauft habe ich mir Daniel Coyles „The Talent Code“, weil ich diese Fragestellungen sehr spannend und wichtig finde (und weil es von Leuten empfohlen wurde, deren Buchgeschmack ich traue…). Ich hoffe, dass er in diesem Buch auch tatsächlich in die Details geht darüber, auf welche Arten wir am effektivsten üben können bzw. wie wir anderen möglichst effektiv bestimmte Dinge beibringen können.

Die deutsche Ausgabe „Die Talent-Lüge: Warum wir (fast) alles erreichen können“ scheint leider vergiffen zu sein.

Ken Robinson: Creative Schools

(dt.: Wie wir alle zu Lehrern und Lehrer zu Helden werden)

Ich liebe Ken Robinsons Bücher, habe ich das schon erwähnt? 😉

Schule betrifft uns alle. Manchen von uns ganz direkt (z.B. als Eltern von schulpflichtigen Kindern). Manche eher indirekt, weil Schule nicht nur in Deutschland die Grundlage legt für vieles, was in unserem Land und dem Rest der Welt geschieht oder in den nächsten Jahrzehnten geschehen wird.

Wenn ich so zurückblicke und die Schule, die meine Kinder jetzt erleben, vergleiche mit der Schule, wie ich sie früher erlebt habe, dann hat sich zwar einiges verändert. Aber im Kern ist das System „Schule“ zumindest hier in Deutschland doch fast unverändert geblieben, allen Diskussionen über Ganztagesunterricht oder G8 zum Trotz. Erst so langsam scheinen sich manche Dinge im Schulalltag tatsächlich zu bewegen.

Gleichzeitig hat sich unsere Welt in den letzten Jahrzehnten stark verändert – so stark wie nie zuvor in so kurzer Zeit. Da stellt sich schon die Frage, ob die altbewährte Art, Schule zu machen, dieser veränderten Welt immer noch gerecht wird.

Ken Robinson meint nein, und schon der deutsche Titel sagt, worum es ihm geht: dass wir alle zu Lehrern und Lehrer zu Helden werden.

Ich habe schon ein paar Sachen von ihm gesehen über das Schulsystem und die Veränderungen, die er sich darin erhofft, z.B. seinen sehr bekannten TED-Talk „Ersticken Schulen die Kreativität?“ (Englisch mit deutschen Untertiteln). Und das, was ich von ihm über Schule gesehen und gehört habe, fand ich sehr überzeugend.

Deshalb erhoffe ich mir von seinem Buch jetzt mehr Details, vielleicht auch mehr Konkretes dafür, wie ich selbst als Mutter mit Schule umgehen kann. Und ich freue mich schon sehr aufs Lesen, denn Ken Robinson ist immer unterhaltsam und einfach very British in seiner Sprache und in seinem Humor.

Robert T. Kiyosaki: Rich Dad, Poor Dad (dt. Ausgabe)

Geld. Ein leidiges Thema, und kaum jemand kann unbefangen damit umgehen.

Robert T. Kiyosakis „Rich Dad, Poor Dad“ ist zunächst einmal in bewährt amerikanischer Ratgeber-Tradition mit einem reißerischen Untertitel versehen. Ich habe beschlossen, den einfach zu ignorieren. Schließlich hat auch dieses Buch erst mal die Unschuldsvermutung verdient… 😉

Aber im Ernst: Viel von unserem Umgang mit Geld ist angelernt. Verhaltensweisen, die wir von unseren Eltern oder anderen Menschen übernommen haben. Glaubenssätze, die wir im Lauf unseres Lebens aus Erfahrungen gebildet haben. Und wer sich damit beschäftigt, wie seine ganz persönlichen Verhaltensweisen aussehen und wie er sie verändern kann, der wird sich früher oder später auch mit dem Thema Geld befassen müssen.

In „Rich Dad, Poor Dad“ geht es eben genau um finanzielle Verhaltensweisen, und warum manche uns schaden, während andere uns nutzen. Ich erhoffe mir hier also Gedankenanstöße, die vielleicht sogar über das Thema Geld hinausgehen.

Sarah Ballantyne: Die Paläo-Therapie

Seit einiger Zeit esse ich mehr oder weniger „Paläo“. Nicht um des Labels willen oder weil es gerade in ist. Sondern einfach weil ich festgestellt habe, dass es mir besser geht, wenn ich auf Getreide, Milchprodukte und Zucker verzichte und stattdessen möglichst viel Gemüse, Obst, Eiweiß und gesunde Fette esse.

Bücher hierzu gibt es inzwischen genügend, aber die allermeisten wirken auf mich so, als ob sie einfach auf den Trend aufgesprungen wären. Sarah Ballantynes „Die Paläo-Therapie“ hingegen hat den Ruf, Dinge auch wissenschaftlich fundiert zu erklären. Außerdem geht es bei ihr nicht primär um „Wellness“, sondern darum, Autoimmunerkrankungen mit der richtigen Ernährung zu vermeiden. Ich bin deshalb gespannt, was ich hier noch Neues dazulernen kann!

Melissa Joulwan: Well Fed 2

Ebenfalls „Paläo“ ist Melissa Joulwans Kochbuch „Well Fed 2“. In ansprechend gemachten Kochbüchern könnte ich ja den ganzen Tag blättern…

Den ersten Band mit dem Titel „Well Fed“ besitze ich bereits, und bisher ist wirklich jedes Rezept, dass wir hieraus gekocht haben, ein voller Erfolg gewesen! Das ist ja leider nicht bei jedem Kochbuch so. Schon allein deshalb hätte ich mir den zweiten Band auch gekauft. Aber Melissa Joulwan hat nicht nur richtig gute Rezepte, sie ist auch witzig und denkt sehr praktisch: Z.B. gibt es viele Tipps, wie du schnell ein gutes Essen auf die Beine bringst, und wie du dir mit wenig „Vorkochzeit“ am Wochenende das Leben unter der Woche sehr viel leichter machen kannst.

Und das Beste für mich ist: alle Rezepte enthalten nur Zutaten, die ich auch wirklich gut vertrage. Wenn du also selbst z.B. keine Milchprodukte verträgst, oder wenn du einfach nach leckeren Rezeptanregungen mit viel Gemüse suchst, dann wirst du hier garantiert fündig.

Da ich vom ersten Band so begeistert bin, hoffe ich jetzt natürlich auch beim zweiten Band auf viele gelungene Mahlzeiten! Einziger Wermutstropfen: Well Fed und Well Fed 2 sind leider nur auf Englisch erhältlich.

Dina Rose: It’s not about the Broccoli

Und wo wir schon beim Essen sind… Die meisten Eltern kennen Probleme mit dem Essen (wobei immer die Frage bleibt, was echte Probleme sind und wo wir uns als Eltern den Stress selbst machen?).

Und Ratgeber zum Thema „Kinder und Ernährung“ gibt es zuhauf.

Was mich an Dina Roses „It’s not about the Broccoli“ (leider nur auf Englisch erhältlich) angesprochen hat, ist, dass es nicht um gesunde Ernährung oder Vitaminzählen geht, und auch nicht um Strategien, wie man die Kinder dazu bekommt, bei Tisch gefälligst zu funktionieren. Stattdessen geht es um Verhaltensweisen. Und „gute“ Verhaltensweisen, das ist ja eigentlich das, was wir unseren Kindern gerne für’s Leben mitgeben würden.

Ich bin also gespannt, was ich aus diesem Buch über das Thema „Familienernährung“ hinaus noch mitnehmen kann.

Nancy Duarte: Resonate. Present Visual Stories that Transform Audiences

(dt.: resonate: oder wie Sie mit packenden Storys und einer fesselnden Inszenierung Ihr Publikum verändern)

Von der Nahrung für den Körper hin zur Nahrung für’s Auge…

Nancy Duarte gilt als eine der Koryphäen auf dem Gebiet gelungener Präsentationen. Von ihr gibt es mehrere Bücher zu diesem Thema, jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten (soweit ich von außen sehen kann also nicht einfach jeweils nur ein Abklatsch des vorhergehenden Buches).

Für den Einstieg in ihre Bücher habe ich mich für „Resonate“ entschieden (Link zur deutschen Ausgabe / Link zur englischen Ausgabe). Mit meinen Inhalten Geschichten zu erzählen, die meine Leser fesseln und inspirieren, daran arbeite ich im Moment gerade sowieso. Und visuelle Geschichten haben in unserer heutigen, schnellen und sehr visuell orientierten Zeit eine besondere Bedeutung.

Ob Nancy Duartes Buch etwas gebracht hat, wirst du ja selbst im Lauf der nächsten Monate sehen… 😉

Mark Manson: The Subtle Art of Not Giving a Fuck

Auf Mark Mansons „The Subtle Art of Not Giving a Fuck“ bin ich sehr neugierig, weil ich noch gar nicht richtig weiß, was mich erwartet. Ich bin erst kürzlich über Marks Webseite gestolpert. Die Texte dort haben mich angesprochen, und als ich dann zufällig sein Buch sah, habe ich kurzerhand zugegriffen.

Laut der Zusammenfassung geht es darum, seine eigenen Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und damit zu einem erfüllteren Leben zu kommen. Ich bin mal gespannt, wie das aussehen wird und werde definitiv berichten, wenn ich das Buch lesenswert finde!

Leider ist The Subtle Art of Not Giving a Fuck bisher nur auf Englisch erhältlich.

Carol Dweck: Selbstbild.

(engl.: Mindset: The New Psychology of Success)

In „Selbstbild. Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“ vertritt Carol Dweck die These, dass Erfolg wesentlich mit dem eigenen Selbstbild (engl. „mindset“) zusammenhängt, und weniger mit Talent oder Begabungen. Die Menschen, die davon ausgehen, dass ihre eigenen Fähigkeiten unveränderlich sind, haben seltener Erfolge als die, die daran glauben, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten beeinflussen können (z.B. durch Üben, gute Strategien, …).

Soweit klingt das für mich noch nicht nach einem bahnbrechenden Buch, obwohl es sicher nicht schaden kann, sich diesen Gedanken noch einmal vor Augen zu führen!

Aber ich nun schon mehrere begeistere Empfehlungen für „Selbstbild“ gesehen, und alle von Menschen, die in der Regel nur wirklich gute Bücher empfehlen. Deshalb freue ich mich schon darauf zu lesen, was Carol Dweck in ihrem Buch aus dieser Erkenntnis macht, und inwieweit das vielleicht auch mein Leben verändert.

Außerdem scheint es mir eine gute Ergänzung zu Daniel Coyles „The Talent Code“ zu sein, das ich dir oben schon vorgestellt hatte. Ich werde dann berichten…

Keith Ferrazzi: Geh nie alleine essen!

(engl.: Never Eat Alone: And Other Secrets to Success, One Relationship at a Time)

„Networking“ – eine der am wenigsten beachteten und gleichzeitig am meisten verachteten Fähigkeiten. Gleichzeitig gerade in unserer vernetzten Welt wichtiger denn je. Und genau darum geht es in Keith Ferrazzis „Geh nie alleine essen!“.

Die Kurzbeschreibung ist ein wenig reißerisch und spricht vom „Networking-Guru“, aber vielleicht muss man das heutzutage, um Aufmerksamkeit zu erregen. Das Buch an sich wurde mir aber sehr empfohlen, und dann lasse ich mich auch nicht von so Kleinigkeiten wie einem reißerischen Klappentext abhalten! 😉

Im Kern geht es darum, wie man Networking und Kontakte konstruktiv und gezielt nutzt, um allen Beteiligten weiterzuhelfen. Besonders freue ich mich aber auf die Tipps und Strategien für den Umgang mit ganz konkreten Situationen – da gibt es immer noch etwas dazu zu lernen!

….

So, das war meine Lektüre zwischen den Jahren und darüber hinaus. Das ein oder andere wird sich hoffentlich als so gut erweisen, dass ich es hier noch genauer vorstellen werde. Jetzt bleiben eigentlich nur noch zwei Fragen:

Was lese ich als Erstes?

Und: Was liest du dieses Jahr über die Feiertage?

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