Wenn du nicht weiterweißt – eine kleine Typologie schwieriger Entscheidungen…

Sich zu entscheiden, kann ja ganz schön schwierig sind – vor allem, wenn es um einen wichtigen Schritt in deinem Leben geht.

Und einerseits bist du ja in deiner ganz speziellen Lebensituation, die mit der von anderen Menschen nicht vergleichbar ist. Also kannst du auch nur eine Entscheidung ganz speziell für deine Situation treffen – eine vorgefertigte Liste mit Entscheidungen, die für die 10 häufigsten schwierigen Situationen jeweils die passende Lösung parat hat, die gibt es natürlich nicht.

(Obwohl das manchmal schon echt praktisch wäre… Einfach auf Seite 17 aufschlagen und nachlesen, wie du mit deinem Leben weitermachst. Der Gedanke hat ja schon einen gewissen Reiz… 😉 )

Aber im echten Leben funktioniert das eben grade nicht so. Deine Lebenssituation ist individuell. Deine Kombination aus Vorlieben und Abneigungen, Stärken und Schwächen ist einzigartig. Und deine Erfahrungen und Kenntnisse hast nur du.

Und jetzt weißt du zwar, dass du etwas ändern willst oder musst. Aber was du tun kannst oder sollst, das weißt du nicht.

Dumm, nicht wahr? Vor allem weil dir bei deiner individuellen Situation ja auch keiner von außen so recht weiterhelfen kann — oder doch?

Spannenderweise sind es bei allen Unterschieden immer wieder die gleichen Stellen, an denen wir in unseren Entscheidungsprozessen festhängen. Deshalb habe ich heute für dich mal eine kleine Typologie der Spezies „Entscheidungsprobleme“ zusammengestellt…

Gehen oder bleiben, das ist hier die Frage!

Frei nach Hamlet… naja, so ähnlich jedenfalls.

Der Kern des Problems ist hier immer der Gleiche: Es gibt etwas Bestehendes, Altes, Funktionierendes. Und es gibt etwas Neues, Unbekanntes.

Und nun weißt du nicht, ob du dich für „Gehen“ (hin zum Neuen) oder „Bleiben“ (beim Alten) entscheiden sollst.

Vielleicht kommst du mit deiner bestehenden Situation zwar zurecht, aber so wirklich zufrieden bist du auch nicht. Oder du erhoffst dir von einem Wechsel neuen Schwung und neue Möglichkeiten. Oder eine Veränderung liegt nahe (durch Dinge, die du nicht beeinflussen kannst), aber du willst sie eigentlich gar nicht so recht.

Im Grunde ist die Frage jedoch immer die Gleiche: Bleibe ich beim Alten, oder gehe ich zum Neuen?

Da spielt natürlich im Hintergrund viel mit: Ängste und Sorgen über die Veränderung, oder Probleme in deiner bestehenden Situation. Ein Wechsel nur um des Wechsels willen macht die Dinge natürlich auch nicht automatisch besser. Und es fällt dir sehr schwer zu entscheiden, ob du das, was dich stört, am besten in deiner alten Umgebung oder Situation abstellen kannst – oder ob ein klarer Schnitt besser wäre.

Wenn du selbst schon einmal vor einem Entscheidungsproblem der Form „Gehen oder Bleiben?“ gestanden hast, dann weißt du: Leicht ist diese Entscheidung nicht!

So geht’s nicht weiter – aber wie dann?

Das ist vielleicht der Typ Entscheidungsproblem, der uns am Häufigsten begegnet!

Du weißt, dass es so nicht weitergeht. Du bist unzufrieden, überarbeitet, bewegst nichts, tust nur Dinge, die dich nicht weiterbringen, deine Beziehung stagniert, …

Soweit sind die Dinge klar: Es muss sich etwas ändern!

Was du allerdings nicht weißt, ist wie es denn nun weitergehen könnte. Was du ändern sollst. Was der richtige Weg für dich ist.

Möglichkeiten gibt es natürlich viele, aber… Daraus konkrete Ideen abzuleiten ist gar nicht so einfach.

Und weil das Bestehende ja immerhin funktioniert (wenn auch nicht gut), kommst du mit deinen Überlegungen auch irgendwie nicht so recht voran.

Eine ganz schön hinterhältige Herausforderung! Vor allem weil dein Leidensdruck erst groß genug werden muss, bis du dann wirklich aktiv wirst. Bis dahin hast du aber wahrscheinlich schon ganz schön viel und vielleicht auch lange gelitten.

Der Brummkreisel

Die Entscheidung zwischen zwei klar definierten Möglichkeiten. Das klassische Dilemma. Vielleicht etwas seltener als der letzte Entscheidungs-Typ, aber deshalb nicht weniger schmerzhaft!

In diesem Fall sind die Optionen klar: Es gibt Möglichkeit A und Möglichkeit B zur Auswahl. Und dazwischen stehst du und kannst dich nicht entscheiden.

Für jedes Argument für Option A gibt es auch ein genauso gutes Argument für Option B. Oder gegen beide. Und du wälzt diese Vor- und Nachteile, wägst sie ab und durchdenkst sie… bis dir der Kopf schwirrt und du erst recht nicht weißt, was du tun sollst.

Deshalb hat dieser Typ Entscheidungsschwierigkeit seine Bezeichung „Brummkreisel“ auch eindeutig verdient!

Und was bringt dir das nun?

Eine gute Frage! Mal ganz davon abgesehen, dass es nicht schaden kann, eine verfahrene Situation auch mal mit Humor zu nehmen… 😉

Klar ist dein Problem und deine derzeitige Situation ganz einzigartig. Aber trotzdem gibt es genügend Gemeinsamkeiten mit anderen Situationen.

Oder andersherum gesagt: Die meisten schwierigen Situationen, in denen wir nicht so recht weiterkommen, gehören zu einem dieser Typen oben, oder sind wenigstens ganz eng damit verwandt.

Das bedeutet aber auch: Wenn es Strategien gibt, um solch einen „Problemtyp“ zu bewältigen, dann funktionieren diese Strategien in sehr vielen Lebenslagen und vielen individuellen Situationen. Und das gibt dir auf einmal die Möglichkeit, zukünftig mit sehr wenigen grundlegenden Strategien alle deine schwierigen Situationen und Entscheidungen zu bewältigen.

Ist das nicht ein erfreulicher Gedanke?

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